Engel des Respekts

Engel des Respekts – Ihre Engelkarte mit Botschaft

von Betina Graf ISSN 3056-302X
Engel des Respekts

Es tut gut, wenn jemand wirklich zuhört. Wenn Sie etwas erzählen, das Ihnen wichtig ist, und nicht schon nach dem halben Satz merken, dass der andere eigentlich nur auf seine Gelegenheit zum Antworten wartet. Sie können ausreden und müssen sich nicht rechtfertigen. Selbst wenn Ihr Gegenüber die Sache anders sieht, bleibt das Gefühl: Was ich sage, wird ernst genommen.

Wenn Sie eine Frage mitgebracht haben, würde dieser Engel darauf schauen, wie Sie in dieser Sache behandelt werden. Werden Sie ernst genommen? Können Sie bei einem Nein bleiben? Müssen Sie Ihre Entscheidung immer wieder verteidigen? Und er würde ebenso schauen, ob Sie dem anderen wirklich zuhören können.

Botschaft des Engels des Respekts

Nimm ernst, was dir wichtig ist. Du musst dich nicht erklären, bis jeder deine Grenze versteht. Sprich klar und höre ebenso aufmerksam zu. Achte darauf, wie andere mit deinem Nein umgehen. Schöne Worte sind angenehm; mehr über Respekt erfährst du daran, wie ihr miteinander umgeht, wenn ihr verschieden denkt. Wenn du eine Antwort suchst, frage dich: Kann ich hier ich selbst bleiben, ohne mich kleiner zu machen?

Bei Respekt denkt man schnell an Höflichkeit und einen vernünftigen Umgangston. Dabei merkt man ihn häufig an ganz kleinen Dingen. Sie sagen zum Beispiel, dass Sie einen Scherz verletzend fanden, und der andere lässt es einfach gut sein. Kein „Jetzt stell dich nicht so an“, kein Versuch, Ihnen zu erklären, dass Sie das eigentlich lustig finden müssten. Er nimmt ernst, was Sie gesagt haben. Fertig.

Natürlich trifft jeder einmal den falschen Ton oder sagt etwas, das beim anderen blöd ankommt. Viel wichtiger ist, wie es danach weitergeht. Kann jemand zugeben: „Das war daneben“? Kann er sich entschuldigen, ohne sofort ein „aber“ hinterherzuschieben? An solchen Situationen merkt man ziemlich schnell, wie ernst jemand die Gefühle und Grenzen des anderen nimmt. Kann jemand sagen: „Das war blöd von mir“? Oder stehen Sie am Ende da und sollen auch noch begründen, warum Sie sich verletzt gefühlt haben?

Falls Ihre Frage heute einen Menschen betrifft, den Sie sehr mögen, darf beides nebeneinander stehen: die Zuneigung und das, was Sie stört. Sie müssen jemanden nicht abschreiben, weil etwas im Umgang miteinander schwierig ist. Aber Sie brauchen es auch nicht jedes Mal herunterzuschlucken. „So möchte ich nicht angesprochen werden“ ist ein völlig brauchbarer Satz. Mehr Erklärung braucht er erst einmal nicht.

Der Engel des Respekts schaut allerdings nicht nur auf die anderen. Er könnte Ihnen ebenso einen kleinen Stups geben, wenn Sie selbst eine Grenze übergehen, weil Sie sie nicht nachvollziehen können. Ein anderer Mensch muss Ihnen seine Empfindlichkeit nicht beweisen. Wenn etwas für ihn zu viel ist, ist diese Information erst einmal da. Was Sie daraus machen, sagt einiges über Ihren eigenen Respekt.

Und dann wäre da noch die Art, wie Sie mit sich selbst reden. Die kann überraschend ruppig werden. Eine Sache vergessen, einen Fehler gemacht, etwas ungeschickt formuliert – und schon läuft im Kopf ein Kommentar, den Sie einer guten Freundin niemals so sagen würden. Der Engel würde daraus kein Programm machen. Wahrscheinlich würde er nur fragen: „Würdest du so mit jemandem sprechen, den du magst?“ Das dürfte reichen.

Wenn Sie heute vor einer Entscheidung stehen, achten Sie darauf, wo Sie sich nicht dauernd zurechtrücken müssen. Wo können Sie offen sagen, was Sie denken? Wo wird ein Nein akzeptiert, auch wenn es unbequem ist? Bei einer guten Entscheidung sollten Sie sich hinterher nicht kleiner fühlen als vorher.

Vielleicht nehmen Sie sich heute einen einzigen Satz vor, den Sie schon länger sagen wollten. Ohne Vorrede, ohne fünf Entschuldigungen. Freundlich reicht. Klar reicht auch. Und falls jemand darauf ein wenig überrascht reagiert, ist das noch kein Unglück.

Der Engel des Respekts würde Ihnen wohl wünschen, dass Sie heute aufrecht durch Ihre Gespräche gehen. Nicht hart, nicht auf Krawall gebürstet. Einfach so, dass Sie sich selbst ernst nehmen und dem Menschen vor Ihnen dasselbe schenken. Das fühlt sich am Abend ziemlich gut an.

Für Ihren Tag etwas Leichtigkeit und einen Gedanken, der guttut.