Da hat jemand gesagt: „Ich kümmere mich.“ Und Sie haben die Sache aus dem Kopf gestrichen. Zwei Tage später ist sie erledigt. So etwas tut gut. Fast mehr als ein besonders herzliches Versprechen, das am Ende versandet. Bei verlässlichen Menschen kann man Verantwortung delegieren. Man weiß: Das kommt.
Wenn Sie heute eine Frage mitgebracht haben, würde der Engel der Verlässlichkeit vermutlich erst einmal auf das schauen, was schon geschehen ist. Wen oder was haben Sie als tragfähig erlebt? Wo wurden Worte wirklich eingehalten? Das ist für ihn wichtiger als eine schöne Aussicht, die bisher nur aus Worten besteht. Er ist eher der Typ, der sich merkt, wer tatsächlich auftaucht, wenn es vereinbart war.
Botschaft des Engels der Verlässlichkeit
Schau auf das, was sich bewährt hat. Ein Versprechen ist schön, wenn etwas daraus wird. Nimm auch dein eigenes Wort ernst. Du musst heute niemandem viel versprechen. Halte lieber das ein, was dir wirklich wichtig ist. Wenn du wegen einer Sache unsicher bist, schau zurück: Worauf konntest du dich bisher verlassen? Darauf würde ich mehr geben als auf ein neues Versprechen.
Verlässlichkeit klingt ja erst einmal ein bisschen trocken. Fast nach Kalender, Ersatzschlüssel und „Ich bin um acht da“. Dabei kann sie etwas sehr Herzliches haben. Es ist angenehm, einen Menschen zu kennen, bei dem man keine Hintertür im Kopf offenhalten muss. Wenn er sagt, dass er kommt, rechnen Sie damit. Wenn etwas dazwischenkommt, erfahren Sie es. Fertig. Mehr braucht es häufig gar nicht.
Falls Ihre Frage einen bestimmten Menschen betrifft, würde dieser Engel deshalb wohl kaum lange über dessen Worte nachdenken. Er würde sich ansehen, was Sie mit diesem Menschen erlebt haben. Werden Absprachen eingehalten? Müssen Sie häufiger hinterherfragen? Solche Kleinigkeiten erzählen mit der Zeit ziemlich viel. Und wahrscheinlich spüren Sie beim Lesen schon, ob Ihnen dazu eher ein gutes Gefühl kommt oder ob Sie innerlich anfangen, Ausnahmen aufzuzählen.
Auch bei den eigenen Vorsätzen kann der Engel der Verlässlichkeit ein bisschen unbequem werden. Er würde Sie wahrscheinlich so ansehen wie eine gute Freundin, wenn Sie zum vierten Mal erzählen, dass Sie „morgen wirklich“ etwas erledigen. Seine Antwort könnte dann lauten: Mach es kleiner und mach es heute. Eine Sache. Danach ist Feierabend mit dem guten Vorsatz.
Denn auch sich selbst gegenüber kann man verlässlich sein. Das klingt viel feierlicher, als es im Alltag aussieht. Vielleicht schicken Sie endlich den Brief ab, den Sie seit Tagen vor sich herschieben. Vielleicht erledigen Sie einen Teil einer Aufgabe und lassen den Rest für morgen. Hauptsache, aus dem Satz „Das mache ich“ wird irgendwann „Das ist erledigt“. Dieses kleine Aufatmen danach ist ziemlich erleichternd - und Sie können sich selbst vertrauen.
Zu Verlässlichkeit gehört übrigens auch, rechtzeitig zu sagen, wenn etwas nicht klappt. Ein ehrliches „Ich schaffe das heute doch nicht“ kann viel angenehmer sein als eine Zusage, die einfach im Sand verläuft. Niemand kann alles einhalten. Entscheidend ist, ob man den anderen mit der offenen Schleife alleinlässt oder sich kümmert.
Wenn Sie heute zwischen zwei Möglichkeiten schwanken, schauen Sie ruhig darauf, welche davon Ihnen schon etwas Handfestes gezeigt hat. Was funktioniert im wirklichen Leben? Was hat sich bewährt, auch an einem mittelmäßigen Wochentag, an dem keiner besonders motiviert ist? Der Engel der Verlässlichkeit mag solche Tage vermutlich sehr. Da zeigt sich nämlich, was wirklich hält.
Nehmen Sie sich für heute eine kleine Zusage vor, die Sie ernst meinen. Mehr braucht dieser Engel gar nicht. Und wenn Sie sie am Abend eingehalten haben, freuen Sie sich ruhig ein wenig darüber. Auf das eigene Wort bauen zu können, fühlt sich total gut an.
Für Ihren Tag etwas Leichtigkeit und einen Gedanken, der guttut.