Manchmal merkt man erst hinterher, wie gut es getan hat, dass jemand einfach für einen da war. Vielleicht hat derjenige gar nichts Besonderes gesagt. Er hat zugehört, ist mitgekommen oder ganz selbstverständlich etwas übernommen, weil er gesehen hat, dass Ihnen die Sache zu viel wurde. Solche Begebenheiten vergisst man nicht so schnell. Vor allem dieses Gefühl nicht: Ich bekomme Beistand, wenn ich ihn brauche.
Solidarität kann sich genau so anfühlen: Jemand hört zu, obwohl das Thema schon x Mal erörtert wurde. Oder jemand sagt ganz selbstverständlich: „Du, ich begleite dich.“ Das tut einfach gut, wenn man merkt, dass einer einem die eigene Last ein klein wenig abnimmt und nicht gleich wieder verschwindet, sobald es anstrengend wird.
Botschaft des Engels der Solidarität
Du musst heute nicht alles mit dir selbst ausmachen. Nimm Hilfe an, wenn sie dir guttut, und sei für jemanden da, wenn du spürst, dass er dich braucht.
Wenn Sie diese Karte zu einer Frage gezogen haben, denken Sie ruhig auch an die Menschen um Sie herum. Wer hört wirklich zu? Wem könnten Sie etwas anvertrauen, ohne vorher lange überlegen zu müssen, wie Sie es am besten erklären? Und bei wem wissen Sie einfach: Wenn es schwierig wird, ist dieser Mensch noch da. Solche Menschen sind kostbar.
Vielleicht sind Sie selbst eher jemand, der vieles alleine regelt. Dann kommt ein Hilfsangebot schnell mit einem „Ach, danke, das geht schon“ vom Tisch. Obwohl es eigentlich schön wäre, wenn jemand mitkäme oder etwas abnähme. Man muss nicht immer erst an der eigenen Grenze angekommen sein, bevor man Unterstützung annehmen kann. Wenn jemand Ihnen etwas leichter machen möchte, darf das auch einfach nett sein.
Und wenn es heute andersherum ist und jemand Sie braucht, müssen Sie keine perfekten Worte finden. Die fehlen sowieso oft ausgerechnet dann, wenn einem ein Mensch wichtig ist. Ein Anruf, ein Besuch oder ein ehrliches „Ich bin da“ kann viel sein. Noch besser ist manchmal etwas ganz Konkretes: „Soll ich mitkommen?“ oder „Ich kümmere mich darum.“ Wer Sorgen hat, möchte nicht unbedingt auch noch einen kleinen Hilfeplan entwerfen.
Solidarität zeigt sich auch dann, wenn es leichter wäre, nichts zu sagen. Wenn jemand ungerecht behandelt wird oder allein dasteht, merkt derjenige sehr genau, wer wegschaut und wer bei ihm bleibt. Man muss dafür keine Rede halten. Ein klarer Satz kann schon reichen.
Vielleicht fällt Ihnen beim Lesen jemand ein, bei dem Sie sich aufgehoben fühlen. Jemand, den Sie anrufen könnten, auch wenn Sie gerade nicht besonders gut drauf sind und keine schöne Geschichte zu erzählen haben. Wenn es so einen Menschen gibt, ist das etwas Wertvolles. Und womöglich sind Sie für jemanden längst genauso wichtig. Nicht, weil Sie immer eine Lösung haben. Sondern weil Sie da sind.