Etwas selbst hinzubekommen kann eine besondere Freude machen. Man schaut auf das Ergebnis und möchte es noch eine Weile betrachten. Die wackelige Schublade etwa, die seit Wochen beim Öffnen klemmt und nach einer halben Stunde endlich wieder sauber läuft. Erst wollte man gar nicht anfangen. Wo hätte man auch ansetzen sollen? Dann war beim Nachsehen eine lockere Schraube aufgefallen.
Solche Erfahrungen bleiben hängen. Beim nächsten Problem steht neben dem Zweifel bereits ein Gedanke: Ich könnte nachsehen, was sich machen lässt. Der Engel der Selbstwirksamkeit nimmt diesen Gedanken auf. Wenn Sie ihn heute gezogen haben, ermutigt er Sie, einer Sache näherzukommen, vor der Sie bisher eher ratlos standen.
Botschaft des Engels der Selbstwirksamkeit
Trau deinen Händen und deinem Verstand etwas zu. Du musst vor dem Anfang noch keinen Beweis haben, dass du es schaffen wirst. Vieles wirst du erst herausfinden, wenn du dich damit beschäftigst. Fang dort an, wo du etwas bewegen kannst. Auch mit Zweifeln kannst du eine brauchbare Idee haben und etwas verändern. Lass dir die Freude daran, was dir gelingt, von niemandem ausreden.
An einer Schublade lässt sich der Erfolg leicht erkennen. Bei dem, was Sie innerlich beschäftigt, dauert es womöglich länger. Sie bemühen sich um eine Veränderung und können noch gar nicht sagen, ob Ihre Mühe etwas bewirkt. Das kann zermürben, besonders wenn Sie bereits mehrere Anläufe hinter sich haben. Der Engel der Selbstwirksamkeit wäre ein schlechter Begleiter, würde er Ihnen nun versprechen, mit genügend Zuversicht gelinge alles. Andere Menschen entscheiden mit. Umstände können schwierig bleiben, auch wenn Sie vieles richtig machen.
Trotzdem lohnt sich die Frage, welchen Teil der Angelegenheit Sie selbst bearbeiten können. Falls Sie mit einer Frage zu dieser Karte gekommen sind, wäre das eine mögliche Antwort des Engels: Machen Sie Ihr weiteres Vorgehen an dem fest, worauf Sie tatsächlich Einfluss haben. Wenn Sie auf eine Zusage warten, liegt die Entscheidung bei jemand anderem. Wie lange Sie warten wollen, können Sie hingegen für sich festlegen. Dadurch bekommt auch eine ungewisse Lage eine Grenze, mit der Sie planen können.
Vielleicht fällt Ihnen das Anfangen schwer, weil Sie sich in dieser Sache für wenig begabt halten. „So etwas konnte ich noch nie“ klingt endgültig. Dabei lohnt ein Blick darauf, wie dieses Urteil zustande kam. Hat Ihnen jemand etwas schlecht erklärt? Wurden Sie ungeduldig beobachtet, während Sie noch übten? Eine misslungene Erfahrung kann einem jahrelang nachgehen. Für einen neuen Versuch brauchen Sie womöglich eine verständliche Anleitung und die Ruhe, Fehler machen zu können, ohne dass sofort jemand die Augen verdreht.
Sich etwas erklären zu lassen, gehört zur Selbstwirksamkeit dazu. Wer fragt, nimmt die Sache bereits in die Hand. Sie müssen weder alles allein herausfinden noch jeden Handgriff auf Anhieb beherrschen. Achten Sie darauf, dass Ihnen beim Helfen auch etwas zu tun bleibt. Es macht einen Unterschied, ob jemand die Aufgabe für Sie erledigt oder Ihnen zeigt, wie Sie selbst weiterkommen.
Und wenn etwas gelingt? Dann hören Sie sich einmal zu. Rutscht Ihnen gleich ein „War ja auch leicht“ heraus? Damit tun Sie Ihrer eigenen Mühe unrecht. Vorher wussten Sie womöglich nicht weiter. Jetzt wissen Sie mehr. Sie haben sich damit befasst, einen Versuch gewagt und unterwegs etwas gelernt. Das war Ihr Anteil. Ihn anzuerkennen ist eine sachliche Feststellung, für die Sie sich keineswegs entschuldigen müssen.
Aus solchen Erfahrungen wächst ein Zutrauen, das auch eine Enttäuschung aushält. Ein Versuch kann scheitern, ohne dass damit Ihre Fähigkeiten abschließend beurteilt wären. Sie können prüfen, woran es lag. War der gewählte Weg ungeeignet, lässt sich ein anderer erproben. Fehlt Ihnen Wissen, können Sie es sich aneignen. Womöglich entscheiden Sie auch, dass der Aufwand für dieses Vorhaben zu hoch ist. Selbstwirksamkeit verlangt keine endlose Hartnäckigkeit. Auch ein begründeter Entschluss aufzuhören gehört zu einem Leben, über das Sie mitbestimmen.
Für heute könnten Sie sich etwas vornehmen, dessen Ergebnis Sie selbst sehen können. Wählen Sie ruhig die Sache, bei der Sie bisher dachten: Dafür brauche ich jemanden, der sich auskennt. Schauen Sie erst einmal nach, was Ihnen fehlt, um anzufangen. Eine ganze Lösung muss daraus heute noch nicht werden.
Und sollte Ihnen dabei etwas gelingen, lassen Sie die Freude darüber ruhig eine Weile ungestört. Sie haben etwas hinbekommen, das Ihnen vorher Schwierigkeiten gemacht hat. Beim nächsten Anlauf haben Sie diese Erfahrung schon dabei.
Für Ihren Tag etwas Leichtigkeit und einen Gedanken, der guttut.